Natur- und Kulturführer Königsforst erschienen
13.08.07:
Den einen ist er bekannt als gepflegter Staatsforst, den anderen als Erholungsgebiet. Der Königsforst, der Wald im Drei-Städte-Eck von Köln, Bergisch Gladbach und Rösrath ist seit dem Jahrtausendwechsel aber vor allem eins: ein Naturschutzgebiet internationaler Prägung.
„Diese noch wenig bekannte Seite in den Fokus zu stellen, und gleichzeitig die Zusammenhänge zur menschlichen Geschichte aufzuzeigen, ist ein Anliegen dieses Buches“, so der Autor Holger Sticht.
Der 130 Seiten starke Natur- und Kulturführer Königsforst stellt 5 neue Rundwanderwege in Wort und Bild ausführlich vor und bietet unzählige wertvolle Hintergrundinformationen zur Ökologie und Geschichte des Waldgebiets. Nicht nur die Wegbeschreibungen, sondern auch Übersichts- und Rundwanderwegskarten ermöglichen eine einfache Orientierung. Und weil sämtliches Wissen an den Rundwanderwegen ausgerichtet ist, werden komplexe Themen wie auch kuriose Geschichtchen für jeden greifbar und vor Ort anschaulich. Das Buch bietet aber weit mehr als ein Wanderführer. Es ist eine mal nachdenklich stimmende, mal witzige Hommage des Autors an seine Heimat, mit der die Eigenart des Erholungsgebiets bebildert und beschrieben wird wie durch keine Veröffentlichung zuvor.
„Die Anzahl der Fichten in einem Revier verhält sich umgekehrt proportional zur Intelligenz des Revierförsters“, steht dort zu lesen. Schließlich sind diese „Pruußebööm“ erst durch die Preußen eingeführt worden und sind kein natürlicher Bestandteil des Königsforsts. Und weil der Orkan Kyrill im Januar 2007 insbesondere unter preußischen Bäumen wütete, sei dieser „ein Schrecken für den Förster, aber eine Wohltat für die Natur“ gewesen.
Im Mittelpunkt der Rabenbruch-Tour, die von der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 9 aus startet, steht dann auch der heilige Baum der alten Germanen, die Eiche. Diese war Donar, dem Gott des Donners geweiht. Und tatsächlich passiert man, wenn man in den Königsforst will, in der Rather „Göttersiedlung“ auch unweigerlich die Donarstraße.
Auch führt die Rabenbruch-Tour – benannt nach dem heiligen Vogel der Germanen, der sich nach über 100jähriger „Zwangspause“ wieder vermehrt im Königsforst blicken lässt - nicht nur an imposanten Eichen vorbei, sondern stellt auch einige seiner Bewohner vor. Zum Beispiel den häufigen „Schluckspecht“, aber auch den viel selteneren Mittelspecht.
Und schließlich darf die Gipfelstürmung des Monte Troodelöh nicht fehlen. Die mit 118 Metern über Normalnull höchste Stelle Kölns wurde einst durch drei städtische Bedienstete eingeweiht und nach den Anfangssilben ihrer drei Nachnamen benannt.
„Ein weiteres Anliegen des Natur- und Kulturführer ist, einfach nur schöne und interessante Wanderungen anzubieten“, so Sticht. Dies sei schließlich der angenehmste und auch nachhaltigste Weg, für den Schutz des Königsforsts zu werben.
So sieht der Autor, in diesem Jahr für sein Engagement für die Wahner Heide vom Landschaftsverband und OB Schramma mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet, den Königsforst als Bestandteil eines zukünftigen Großschutzgebiets „Südliche Heideterrasse“. Im Zusammenhang mit der angrenzenden, international bedeutenden Wahner Heide könne auch der Königsforst, der in der Vergangenheit durch die Forstwirtschaft vereinheitlicht worden war, wieder zu einem vielfältigen Refugium für Mensch und Natur entwickelt werden.
Die Naturschutzverbände, zusammengeschlossen in dem Dachverband für die südliche Heideterrasse, dem Bündnis Wahner Heide, unterstützen diese Veröffentlichung.
Mark vom Hofe, Vorsitzender des Bergischen Naturschutzvereins: „Mit dem Büchlein gelingt es, die Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Landschaft zu fördern und gleichzeitig das Interesse der Menschen in verträgliche Bahnen zu lenken.“
Der Natur- und Kulturführer Königsforst ist ab sofort überall im Buchhandel erhältlich.
TG
Sie können das Buch u.a. hier online erwerben:
http://www.weltbild.de/artikel.php?WEA=8002820&artikelnummer=12472668&mode=art&PUBLICAID=54152d2a595c419c48f620318ef4bd05





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