Rösrath beriet über Ausstieg aus Interkommunalem AK
27.12.05:
Bürger für Rösrath zogen ihren Antrag auf Ausstieg zurück, nachdem SPD und CDU andeuteten, diesem mehrheitlich nicht zustimmen zu wollen. Damit ist das Thema erst einmal wieder vertagt.
Holger Sticht, Vorsitzender des Bündnis Wahner Heide dazu: "Alles andere hätte mich gewundert. Ein ersatzloser Ausstieg hätte ja so ausgesehen, als wollte Rösrath garnichts mehr für die Heide tun. Und ein Einstieg ins Bündnis kommt für viele Verteter der beiden großen Parteien nicht in Frage, nachdem das Bündnis Wahner Heide ja maßgeblichen Anteil daran hatte, dass das Rösrather Gewerbegebiet in der Wahner Heide nicht die Ausmaße erreichen wird, wie es einige Vertreter der Stadt im Auge hatten."
"Im Interkommunalen AK bekommen Politiker ja das, was viele von ihnen in der Sache am wichtigsten ist: ein Alibi", so Sticht.
Die ideologische Hemmschwelle sei offenbar bei vielen Wirtschaftspolitikern noch zu hoch, um zu erkennen, dass sich Landschafts- und Wirtschaftsentwicklung nicht grundsätzlich ausschließen müssen, sondern zu vereinbaren sind. Das Bündnis Wahner Heide werde weiter daran arbeiten, einen gemeinsamen Förderverein aller Beteiligten für den Gesamtraum Südliche Heideterrasse zu entwickeln.
12.10.05: Nach einem Bericht der Rundschau berät die Stadt Rösrath über einen Ausstieg aus dem Interkommunalem Arbeitskreis Wahner Heide und den Einstieg in das Bündnis Wahner Heide.
Hintergrund sind die immensen und gestiegenen Mitgliedsbeiträge im Arbeitskreis und die fehlenden Leistungen für das Schutzgebiet. Zum Vergleich: Die Stadt Rösrath zahlt jährlich 2500 EUR in den AK ein, der Beitrag im Bündnis Wahner Heide beträgt 60 EUR im Jahr. Während sich aber das Bündnis Wahner Heide verantwortlich zeichnet für den Aufbau und Betrieb des Informationszentrums Wahner Heide, des Rundwanderwegnetzes, der Wanderkarte, des Natur- und Kulturführers, der Wahner-Heide-Internetseite und eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms, kann der AK aus den letzten Jahren keine Leistungsnachweise erbringen. Selbst die seit 2003 im Gelände installierten Eingangsschilder der Wahner Heide, auf welchen das Emblem des Interkommunalen AK zu finden ist, gehen nicht auf diesen Verein zurück. Die Schilder wurden wesentlich durch Mitarbeiter des Rheinisch-Bergischen Kreises konzipiert und die Finanzierung durch die Umweltstiftung der Kreissparkasse bzw. auf Antrag des LNU- und RBN-Vorsitzenden Mark vom Hofe durch die NRW-Stiftung finanziert. Der Interkommunale AK fungierte lediglich als "Geldschleuse": Die Kreise können aus juristischen Gründen kein Geld direkt von einer gemeinnützigen Stiftung beziehen.
Aktuell ist durch den AK lediglich, wie bereits seit 6 Jahren, der Bau einer Aussichtsplattform auf dem Busenberg am Geisterbusch geplant. Dies scheint aber an den hohen Kosten von 35 000 EUR und der mangelnden Sinnhaftigkeit dieses Projekts zu scheitern. Schließlich bietet der Berg selbst bereits eine wunderbare Aussicht, ein Bauwerk der geplanten Größenordnung würde den Ort fraglos abwerten.
Holger Sticht, Vorsitzender des Bündnis Wahner Heide: "Das Projekt stammt noch aus einer Zeit, in welcher man nur am Wochenende in die Heide konnte. Mit der Plattform sollte Wanderern wochentags die Möglichkeit gegeben werden, wenigstens etwas vom Geisterbusch zu sehen. Seit 2004 ist die Heide aber an jedem Tag offen, das Projekt also längst veraltet." Sticht glaubt, das Wiederaufleben des Projekts diene dem Zweck, dem mit dem Rücken zur Wand stehenden Verein Prestige zu verleihen. Dabei gäbe es so viele andere Projekte, wo das Geld sinnvoll angelegt werden könnte.
Der Interkommunale Arbeitskreis Wahner Heide ist ein eingetragener, gemeinnütziger, seit 1984 bestehender Verein, in welchem ausschließlich die Anrainerstädte und -kreise der Wahner Heide zusammengeschlossen sind. Das Bündnis Wahner Heide, ebenfalls ein gemeinnütziger, eingetragener Verein und seit 1990 existent, ist der Dachverband zahlreicher Vereine, Parteien, Bürgerinitiativen und einzelner Bürger, eben aller, die im Arbeitskreis nicht Mitglied sein dürfen.
"Was wir für die Zukunft der Wahner Heide brauchen, und woran auch kein Weg vorbei führen wird, das ist ein Dach- und Förderverein, wie sie ihn im Nationalpark Eifel haben. Hier sind alle, wirklich alle Interessen und Kompetenzen beteiligt und an einem Tisch. Ob wir nun das Bündnis Wahner Heide, das allen offen steht, zu diesem Förderverein für alle machen oder einen Neuen gründen, Hauptsache, wir gehen diesen Weg", so Sticht
T.G.





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