|
|
Pionierbecken 3: Intensive Naherholungsnutzung kann Tierarten verdrängen
|
|
|
Erholungssuchende, Mountainbiker und Hundebesitzer im Geisterbusch
|
Heidewacht - Ranger für die Wahner Heide
23.03.02
Die Wahner Heide findet immer mehr Anhänger. Gerade jetzt, wenn die Tage wieder wärmer werden und alles Grüne sprießt, verstärken sich die Heerscharen von Heidebesuchern unterschiedlichster "Colör". Dabei sind einige, die aus Unwissenheit oder vorsätzlich gegen die Naturschutzverordnungen verstoßen und damit Schaden anrichten können. Doch wer ahndet Verstöße und sorgt im Gelände für Aufklärung?
Unter der sehr preußisch anmutenden Bezeichnung "Ordnungspartnerschaft" firmierte sich auf dem ursprünglich preußischen Schießplatz unlängst eine "Truppe" von verschiedenen Behördenvertretern, die zusammen mit der Polizei an ausgesuchten Tagen den Besuchern ordentlich die Meinung sagen sollen.
Ausreichen werden diese Stichproben auf Dauer sicher nicht, und ob Vorgehensweisen nach Art der KVB-Kontrolleure tatsächlich so etwas wie Denkanstöße oder gar Umdenken bewirken, bleibt ebenfalls fraglich.
Leider tut man sich in der Wahner Heide - anders als in vielen anderen Gegenden dieses Landes - recht schwer mit den ehrenamtlichen Naturschützern. So wurden diese an der Ordnungspartnerschaft nicht beteiligt. Doch befinden sich dort wachsende Ressourcen, deren Einbindung sicherlich Sinn machen, deren Arbeit sich vielleicht einmal als unverzichtbar herausstellen könnte. Das Hohe Venn ist nur ein Positivbeispiel.
"Wer den Schutz der Wahner Heide ohne die Bevölkerung machen will, der hat keine Chance", sagt der Vorsitzende des Bündnis Wahner Heide, Holger Sticht. 30 Augen sehen mehr als 2 oder 4, und wenn ein "Kontrolleur" "einer von uns" ist und genau so wenig mit dem Auto durch die Heide fährt, wird die Aufklärungsarbeit vielleicht einmal eher nachhaltig und bleibt nicht mehr Sisyphos-Arbeit.
Und der Stein beginnt zu rollen. In allen drei Kreisen sind Vorschläge der anerkannten Naturschutzverbände eingegangen für die Meldung von zusätzlicher Landschaftswacht für die Wahner Heide - allesamt "Eingeborene", die auch im INFOzentrum Wahner Heide aktiv sind. Bisher gibt es nämlich nur eine einzige, und die ist nicht mehr die Jüngste.
Der Plan für die Zukunft ist längst gestrickt: Das Camp Altenrath soll der Standort für das Landschaftszentrum werden, in dem auch die Bio-Station angesiedelt ist. Mit der Stationsförderung kann u.a. die Umsetzung des Erholungskonzepts für die Wahner Heide finanziert werden. Hauptamtliche Landschaftspfleger, die deutsche Berufsbezeichnung für Ranger, sind dann ebenso als Heidewacht aktiv wie mehrere Ehrenamtliche. Letztere, die ehrenamtliche Heidewacht, wird v.a. akut und in den nächsten Jahren, in welchen noch keine Biologische Station für die Wahner Heide besteht, wertvolle Hilfe leisten können.
Doch ohne polizeiliche Befugnisse geht es oft nicht. Daher steht und fällt alles mit einer guten Vernetzung mit den örtlichen Polizei-Dienststellen. "In der Vergangenheit war es oft so, dass Polizeibeamte, die ja häufig wegen des Flughafenbetriebs in der Wahner Heide sind, die Naturschutzverordnungen nicht kontrollierten - meist sicher aus Unkenntnis", sagt Sticht. Kurze Schulungen in Sachen Wahner Heide sollen da zukünftig Abhilfe schaffen. Dann kann der Griff zum Handy bald schon Wirkung zeigen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Ideen der Heideschützer aufgegriffen werden und Unterstützung finden.
Dem pessimistischen Tenor derjenigen, welche die Wahner Heide angesichts des wachsenden Erholungsverkehrs den Bach runtergehen sehen, will sich Sticht nicht anschließen. "Unsere Ideen sind brauchbar und finanzierbar, mit denen würden wir das Erholungsproblem in den Griff kriegen. Ich sehe ganz andere Probleme auf die Wahner Heide zukommen", sagt der Heidekenner.
Die Rede ist von Baumaßnahmen: Gewerbegebiete und Wohnbebauung an den Rändern der Heide, und der Flughafenausbau im Zentrum.
"Es wäre gut und wichtig, wenn wir diejenigen, die immer nur der Bevölkerung den Schwarzen Peter unterschieben möchten, für den gesamten Schutz der Landschaft gewinnen können", hofft Sticht. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.





Bild anzeigen
