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in einem Panzertümpel
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Förstchensteich
© Holger Sticht
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Flughafen will Förstchensteich verschwinden lassen
Der Teich im Naturschutzgebiet südlich von Hasbach soll abgelassen werden
Der Förstchensteich, auch Hasbacher Teich oder Belgischer Angelteich genannt und südlich von Rösrath-Hasbach-Schefferei gelegen, soll nach dem Willen der Flughafen GmbH abgelassen werden.
In einer Beschlussvorlage der Stadt Rösrath ist von einer "Umstrukturierung" die Rede, die zu einer Entwicklung eines "Niedermoores" führen soll. Diese Umstrukturierung solle im Rahmen einer Kompensationsmaßnahme des Flughafens durchgeführt werden.
Zur Hintergrundinformation: Es gab an der Stelle des Teiches seit Menschen Gedenken nie ein Niedermoor. Der Teich existiert auch erst seit Mitte der sechziger Jahre, ist ungefähr so alt wie die Querwindbahn des Flughafens, in deren Einflugschneise er liegt. Der Teich entstand durch das Anschütten eines Damms aus Bauschutt. Mit dem Damm wurden Rinnsäler aufgestaut - es entstand ein ökologisch wertvolles Stillgewässer, das allerdings unter der Angelsportnutzung eines belgisch-deutschen Angelvereins litt. Dennoch, es entwickelte sich das größte Laichgewässer der Erdkröte (ca. 1500 Tiere) in der Wahner Heide, und es beherbergt einige Arten der Roten Liste, u.a. den Kammolch (Art von gemeinschaftlichem interesse, FFH-Annhang II).
Die Entwicklung eines Niedermoores wäre übrigens eine natürliche Zwischenstufe der Entwicklung dieses Teiches. D.h. ohne menschliches Zutun wird er ein Niedermoor werden, allerdings sehr langsam.
Die Kammolch- und Erdkrötenpopulation wäre gefährdet, wenn von heute auf morgen das Laichgewässer nur noch 10- 20 Zentimeter tief ist.
Das haben wohl die Damen und Herren beim Flughafen und ein paar Vielflieger bei den zuständigen Ämtern nicht bedacht. Man dachte sich, man könnte das Ganze als ökologisch bedingte Kompensationsmaßnahme tarnen und mit dem grünen Anstrich überall durchgewunken bekommen.
Fakt ist aber: Nach der "Prioritätenliste für Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in der Wahner Heide" (Stand 1999) der Landesanstalt für Ökologie (LÖBF) ist der Förstchensteich bisher nicht für Kompensationsmaßnahmen vorgesehen. Das liegt u.a. darin begründet, dass auch der Biotopmanagementplan Wahner Heide (LÖBF, 1993) keine Renaturierung vorsah, sondern lediglich die Aufgabe der Angelsportnutzung.
Dies bedeutet, es ist aus ökologisch-fachlicher Sicht keine Notwendigkeit für eine Umgestaltung gegeben.
2003 erfolgt die Räumung des Geländes durch den dort ansässigen Angelsportverein BSVS Spich; den ökologischen Erfordernissen wird damit bereits in vollem Umfang Rechnung getragen.
Aber warum versucht man von Flughafenseite wieder einmal, die Bevölkerung für dumm zu verkaufen?
Die Verlängerung der Querwindbahn Richtung Osten fällt Anwohnern zuerst ein. Wäre dies das geheim zu haltende Flughafenvorhaben, würde es allerdings keinen Sinn machen, ein Moorgewässer entwickeln zu wollen - Das wäre irgendwann genauso wertvoll wie der Teich.
Es geht möglicherweise um Vogelschlagsvermeidung.
Seit rund 40 Jahren wird über dem Förstchensteich Flugverkehr betrieben, Graureiher, Rallen- und Entenarten sind regelmäßig in dieser Zeit dort anzutreffen gewesen - offensichtlich ohne Gefahr für den Flugverkehr. Nur der Kormoran ist in den vergangenen fünf Jahren vermehrt als Gastvogel aufgetreten. Diese Art wird wohl, ob aus berechtigten oder unberechtigten Gründen - als Problemvogel gesehen. Wenn der Teich nur eine geringe Wassertiefe von wenigen Dezimetern aufweist, ist das Gewässer für den Kormoran uninteressant. Deswegen wohl die Idee mit der "Umstruktrierung". Der Abzug der belgischen Streitkräfte machte es dann möglich, dem Angelverein zu kündigen. Und weil man dachte, das klänge nicht gut, wenn der Flughafen Fische und Kormorane verdrängt, hat man sich zu diesem Täuschungsmanöver entschlossen.
Was ist jetzt zu tun?
Hier bedarf es keines Flughafenklüngels, sondern eines Entwicklungsplans, der diese "Umstrukturierung" beschreibt. Er muß Alternativen beschreiben, zum Beispiel die natürliche Vergrämung durch das natürliche Entwickeln einer Schwimmblattvegetation, die bisher möglicherweise durch den Angelbetrieb unterbunden wurde. Wenn die Wasserfläche zum großen Teil bedeckt ist, ist der Teich für den Kormoran zur Nahrungssuche wenig geeignet.
Und dieser Plan muß auf einer umfassenden Kartierung des Tier- und Pflanzenbestandes beruhen.
Sollte dieser Plan ungeeignet sein, die Kammolchpopulation und die kopfstarke Erdkrötenpopulation zu erhalten, ist dieser Plan aufzugeben oder nachzubessern.
Ganz einfach, lieber Flughafen. Warum nicht gleich so?
H. Sticht




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