Flughafen packt die Axt wieder aus
5. Juni 2003:
Seit etwa einem halben Jahr existiert der bisher unter Verschluss gehaltene neue Entwurf des öffentlich-rechtlichen Vertrag Wahner Heide (die letzte Version von Ende der Neunziger konnte glücklicherweise verhindert werden). Ein Anhang dieses Vertrags sind offenbar bisher ebenfalls unter Verschluss gehaltene sogenannte forstökologische Gutachten des Bundesforstamts Wahnerheide, die eine neue Abholzung in den Einflugschneisen des Flughafens in einer bisher nicht vorgekommenen Größenordnung vorsehen. Die Bergische Landeszeitung entlockte Regierungsdirektor Brandt (Bezirksregierung Köln) eine Zahl zwischen 100 und 400 ha.
Zum Vergleich: Anfang der Neunziger waren in der Einflugschneise der Querwindbahn Eingriffe in 28 ha geplant. Diese Abholzungen führten seinerzeit zu Besetzungsaktionen und Demonstrationen von Robin Wood, Anwohnern und der ADAF (heute Bündnis Wahner Heide).
Holger Sticht, Sprecher des Bündnis Wahner Heide: "Wir werden jetzt nicht blind anrennen, sondern wollen diese forstökologischen Gutachten lesen. Dazu ist es erforderlich, dass Verwaltungen und Flughafen von ihrer ungeschickten Politik der Geheimhaltung absehen und die geplanten Eingriffe publik machen. Und das sollte besser sehr bald geschehen."
Wenn die Inhalte der Gutachten aus Sicht des Wahner-Heide-Schutzes untragbar sein sollten, ist laut Sticht ausreichender Nährboden für eine Neuauflage der Besetzungen geschaffen.
Schon Anfang der Neunziger hatte die Flughafen GmbH - dank der Besetzungen letztendlich erfolglos - versucht, die Abholzungen unter dem Deckmantel der Luftsicherheit abwickeln zu können. Dabei stellte sich aufgrund der öffentlichen Gegenwehr schnell heraus, dass es seinerzeit nur darum ging, die Leistungsfähigkeit des Start- und Landebahnsystems zu steigern.
A. Bauer





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