Die Belgier sind gegangen
02.05.2004:
Am 18.2. ist es passiert: Nach über 50 Jahren der militärischen Nutzung haben die belgischen Streitkräfte - etwas früher als erwartet - den Truppenübungsplatz Wahner Heide an die deutschen Behörden übergeben.
Im Februar 2001 war bekannt geworden, dass die belgische Regierung den Abzug ihrer Truppen aus der Wahner Heide beschließt.
Die Wahner Heide ist jetzt erstmals seit der Nachkriegszeit wieder jeden Tag für die Bürger zugänglich. Mit dem endgültigen Abzug der belgischen Streitkräfte wird die Mitbenutzungsvereinbarung, welche die Betretungsrechte der Bevölkerung bisher regelte, hinfällig.
Es dürfen allerdings nur die mit Pfählen gekennzeichneten Wege genutzt werden. Vor Querfeldeingehen muss nach aktuellen Erkenntnissen des Kampfmittelräumdienstes ausdrücklich gewarnt werden.
An Gebietseingängen stehen nun überall die Eingangstafeln mit Hinweisen zum Verhalten im Gelände und mit kreisspezifischen Übersichtskarten. Finanziert wurde die neue Heide-Beschilderung, nach einem Antrag des Landesnaturschutzverbandes LNU durch die NRW-Stiftung sowie durch die Umweltstiftung der Kreissparkasse.
Zahlreiche Veröffentlichungen, auch in geringem Umfang der Wanderführer Wahner Heide, weisen Wanderwege auf, die nun aus unterschiedlichen Gründen gesperrt wurden oder gesperrt werden sollen. Die Landschaftswacht hat in dem Falle einer Benutzung eines solchen Weges die Aufgabe, Wanderer auf die Neuerung freundlich hinzuweisen.
Auch aus Gründen des Naturschutzes sollen unter anderem die Gebiete, die als Rote Zonen ohnehin zu keiner Zeit betreten werden durften, weiterhin von Erholungsnutzungen verschont werden.
Inzwischen wird immer konkreter, dass es für die südliche Wahner Heide (Scheuerbachsenke plus Aggeraue) einen militärischen Anschlussbedarf der Bundeswehr gibt. Dadurch soll es aber nicht zu neuen Betretungsverboten für die Bevölkerung kommen. Ob die gesamte Wahner Heide, oder nur der südliche Teilbereich NATO-Übungsplatz bleibt, ist noch unklar.
Unklar ist auch, mit welchem Argument eine militärische Nutzung durch eine deutsche Einheit angesichts knapper Kassen des Bundes und der Verkleinerung der Bundeswehr fortgesetzt werden soll.
Vieles deutet darauf hin, dass eine militärische Anschlussnutzung für einen Teil der Wahner Heide nur initiiert wurde, um das wegen seiner forstwirtschaftlichen Pläne in die Kritik geratene Bundesforstamt Wahnerheide am Leben zu erhalten. Da das Bundeforstamt Wahnerheide nicht nur die Wahner Heide, sondern zum Beispiel auch den Truppenübungsplatz Vogelsang im Zuge der Nationalparkausweisung verliert, würde es im Zuge von Sparmaßnahmen mit anderen Forstämtern zusammengelegt werden.
A.B.





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