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Wo einst die Feldgrille rief...
© M.Bathen
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Ausbau des Flughafens Ende der Neunziger, Nordallee, Parkhaus 2 und Parkhaus 3
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Billigflieger? Nein danke!
Problem fürs Klima: Flugverkehr
23.11.02
Es ist angesichts der besorgniserregend sinkenden Passagierzahlen am Flughafen Köln/Bonn nachvollziehbar, dass alle an dem Flughafen Interessierten versuchen, eben diesen am Leben zu erhalten. Neue Idee: Billigflieger.
Viel Verkehr mit vielen Flugzeugen und vielen Menschen, die wenig Komfort bevorzugen, die aber viel Geld in die Region bringen sollen.
Als wenn irgend jemand, der tatsächlich aus einem anderen Land oder Bundesland in die Wahner heide kommt, um von hier aus möglichst billig in ein warmes Land zu fliegen, noch bummeln ginge, übernachten und hier noch viele Dienstleistungen in Anspruch nehmen würde!
Zumindest das Totschlagsargument "Arbeitsplätze" zieht hier nicht. Denn da an allen Ecken gespart werden muß, um im Preiskrieg ein Bein auf den Boden zu bekommen, wird die Billigfliegerei so wenig arbeitsplatzintensiv wie möglich gehalten.
Am Ende bliebe, wenn überhaupt, nur eine kurzfristig profitierende Flughafengesellschaft und ihre knapp 2000 Mitarbeiter auf der einen Seite. Aber auf der anderen Seite stehen 400 000 Menschen, die aufgrund des wachsenden Lärms immer weniger ihrer Arbeit nachgehen können und immer weniger Dienstleistungen in Anspruch nehmen - abgesehen von denen des Arztes.
Auf der anderen Seite stehen ferner Gaststätten und Hotels, die zukünftig von einem touristisch attraktivem Biosphärenreservat oder Nationalpark profitieren könnten, statt dessen aber mit der stärksten Beschallung rund um die Uhr zu rechnen haben, die eine Übernachtungsmöglichkeit in Deutschland haben kann.
Und da gibt es noch ein international bedeutendes Naturschutzgebiet, dem neue Flächenverluste drohen, das mal wieder grundsätzlich in Frage gestellt wird.
Und das alles in einer Zeit, in welcher wir die schlimmsten Hochwasser mitbekommen haben. In einer Zeit, in der wir gespendet haben für die Opfer der Flutkatastrophe und in welcher ein ungeheurer volkswirtschaftlicher Schaden entstanden ist durch fehlerhaftes Planen und Denken von Entscheidungsträgern in der Vergangenheit.
Auch wenn wahrscheinlich nie genau festgestellt werden kann, wie groß der Einfluss der menschlichen Zivilisation auf einen Klimawandel ist, ist nachgewiesen, dass der Flugverkehr mit seinen Emissionen extrem klimarelevant ist.
Nehmen wir es ernst mit unserer Betroffenheit - die ja in Köln noch keine direkte ist, der Rhein und sein nächstes Jahrhundert-Hochwasser kommen erst noch - und nehmen wir es ernst mit dem Klimaschutz und damit mit einer gewissen Vorbeugung, dann können wir als verantwortungsbewußte Menschen nicht zu den Vielfliegern zählen - und erst recht nicht zu den Billigfliegern. Denn wer schon Schaden anrichtet, sollte dafür zumindest zur Kasse gebeten werden.
Die Frage ist allerdings, ob Billigflüge so viel billiger sind.
In der Praxis wird nur ein kleiner Teil der vorhandenen Plätze für 20 Euro angeboten, dafür entstehen häufig Zusatzkosten durch Übernachtungen und längere Fahrten zum Flughafen.
In einem Artikel der Frankfurter Rundschau von Stephan Börnecke wird die Verbraucherinitiative mit der Aussage zitiert, am Flughafen Köln/Bonn müßte man genügend Zeit zum Umsteigen einplanen. Am "Drehkreuz Köln" muß erst einmal samt Gepäck aus- und wieder neu eingecheckt werden. Dabei müßte man aufpassen, dass man die neue, zweite Bordkarte rechtzeitig eine halbe Stunde vor Abflug des Anschlussfliegers bekommt. Den vermeintlich billigeren Urlaub muß man sich also erst durch eine Menge Zusatzstress beim Reisen verdienen.
Unabhängig davon, ob Billigfliegerei für den Kunden wirklich Sinn macht, ist es unverantwortlich und widerspricht auch den erklärten Zielen selbst der großen Parteien SPD und CDU, dass der ungleich umweltverträglichere Schienenverkehr durch die Billigflieger und ihre indirekte Subventionierung, zum Beispiel die weitgehend fehlende Besteuerung, extrem benachteiligt wird.
In Köln ticken die Uhren bekanntlich anders, siehe Kölsche Klüngel, siehe Spendenaffären und Korruptionen von hochrangigen Politikern und Beamten, die hier so oft vorkommen, dass sich bald keiner mehr dafür interessiert. Dazu passt die Idee der "großen" Parteien im Kölner Stadtrat, aus dem Klimabündnis auszutreten.
Diese Herrschaften wohnen bewußt nicht in der Nähe der Einflugschneisen. Aber sie wohnen unbewusst in dieser Biosphäre.
H. Sticht





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