Wahner-Heide
www.heide-kids.de

Natur- und Kulturführer Wahner Heide

Die 9 Rundwanderwege und vieles mehr in Wort und Bild auf 180 Seiten>>>

Wahner Heide Wegeplan

06.07.06: Der aktuell gültige Wegeplan für die ganze Wahner Heide hier als Download.>>>

Hotels und Gaststätten

Hotels und Gaststätten in und an der Wahner Heide...Rath, Kleineichen, Brand, Troisdorf, Spich, Altenrath....>>>

Plaggen.jpg
Traditioneller Plaggenhieb
niederwald
Strauchartige Baumformen zeugen noch heute von einer Brennholznutzung
© F. Täufer
Blick vom Telegraphenberg 1942
Blick vom Telegraphenberg 1942

Heidewirtschaft

Die Wahner Heide ist Bestandteil der Bergischen Heideterrasse. Diese umfaßt ein Gebiet von 2-3 km Breite und 50 km Länge, das deckungsgleich ist mit der rechtsrheinischen Mittelterrasse, einem durch Sand-, Kies- und Tonböden geprägten Landschaftsraum. Es sind also bestimmte Sedimente unterschiedlicher Epochen (tertiäre Schotter, Rheinschotter zwischen 400 000 und 150 000 Jahre alt, Flugsande), welche dieses Gebiet kennzeichnen und abgrenzen lassen.
Vor der menschlichen Nutzung bzw. nach der letzten Eiszeit waren im Gebiet der Wahner Heide wahrscheinlich hauptsächlich Waldgesellschaften (Buchen- Eichenwälder, Eichen-Birkenwälder, Bruchwälder u.a.) und Moore anzutreffen.

Die Wahner Heide, ist eine Kulturlandschaft. Wie wir sie heute antreffen entstand sie erst durch menschliche Nutzung.
Die ersten größeren waldfreien Gebiete nach der letzten Kaltzeit sind aus der Zeit um 1200 n. Chr. belegt. Auf den gerodeten Flächen wurde dem Boden durch Weidewirtschaft, Plaggenhieb und Laubstreuentnahme Nährstoffe entzogen, das Vieh verhinderte durch seinen Verbiss zusätzlich eine Erneuerung des Waldes. Die Heideflächen waren "Allmende", d.h. sie wurden von allen Bürgern der umliegenden Dörfer genutzt. Gegen Ende des 18. Jh. weideten auf der Wahner Heide zwischen 2.000 und 3.000 Schafe und zwischen 2.000 und 2.500 Rinder. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte die Ausdehnung der Heidelandschaft in der Wahner Heide ihren Höhepunkt.

Beim Plaggenhieb wird mit einer speziellen Hacke die Vegetation samt Wurzelwerk abgeschlagen, um eben diese Plagge v.a. als Einstreu für die Ställe zu nutzen. Die genutzte Streu wurde dann als Dünger auf die Äcker gebracht. Bis zur Einführung des Kunstdüngers war dies eine gebräuchliche Methode im Ackerbau.
Beim Plaggenhieb wird der Rohboden völlig freigelegt, seltene, konkurrenzschwache Pflanzengemeinschaften können sich für einige Jahre hier ansiedeln.

Die Heidebewirtschaftung ist eine über Jahrhunderte entwickelte und an die naturräumlichen Gegebenheiten angepaßte Nutzungsform. Extensive Weidewirtschaft, Holzeinschlag, Imkerei und Ackerbau existierten in einem ausgewogenen Verhältnis nebeneinander und formten ein Mosaik verschiedener Lebensräume. Von Verödung, wie heute sogar in Lehrbüchern bisweilen noch beschrieben, kann wahrhaft nicht die Rede sein.

Die Vorteile der Heidewirtschaft entwickelten sich nicht planvoll oder aus Vernunftsgründen. Es geschah aus der Not heraus, aufgrund der mangelnden Technik die Landschaft nachhaltig nutzen zu müssen, wenn man selbst nicht verhungern wollte und nachfolgende Generationen von der Landschaft noch leben wollten.
Ein eindrucksvolles Beispiel für die nachhaltige Nutzung der Wahner Heide war der Wacholderbestand.
Die Troisdorfer Waldgesetze, die sich die Bürger des Gebiets des Altenforstes (ungefähr heutiges Rhein-Sieg-Kreis-Gebiet der Wahner Heide) selbst auferlegt hatten und bewachen ließen, regelten, wer wann wo was aus der Landschaft entnehmen durfte. So wurde der Wacholder über Jahrhunderte hinweg nachhaltig genutzt und erhalten. Es ging auch nicht anders, denn der Wacholder war wichtig (Beeren als Gewürz- und Heilmittel, Holz zum Räuchern und Drechseln, Anlage von "Vogelherden" zum Vogelfang), und eine intensive Ausbeutung hätte das Versiegen dieser Nahrungs- und Erwerbsgrundlage bedeutet.

Erst als der Fiskus große Teile der Wahner Heide aufkaufte und die Nutzungsrechte der Bevölkerung entfielen, wurde der Wacholder innerhalb kurzer Zeit ausgerottet: Durch Bewaldung in Folge fehlender Heidewirtschaft, und weil der neue Besitzer die Bestände für Geld plündern ließ.

Mehr zu diesem Thema:

Kulturlandschaft Wald - Naturlandschaft Heide ?
Entstehung und Entwicklung der Wahner Heide
Südliche Heideterrasse
Durch Eschmarer Wald und Troisdorfer Heide
Bündnis Wahner Heide heißt nun Bündnis Heideterrasse


copyright by www.heide-info.de
| POLITIK | GESCHICHTE | ÖKOLOGIE | HEIDETERRASSE | INFOzentrum | PUBLIKATIONEN | VERANSTALTUNGEN
| Kontakt | Mitmachen | Impressum | Suchen | Home

RSS  
-:-