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Altenrather Tongrube
Winterlicher Blick auf den Teich der Altenrather Tongrube.
Erdkaule 1987
Am Stamm zeichnet der Ton den höchsten Wasserstand an den Erdkaulen des 17. Jht. ab
© Holger Sticht
Eisensteins Tongrube
Tonabbau im 19. Jht.: Eisensteins Tongrube
© H. Sticht
Tongrube 1987
Blick in die Altenrather Tongrube 1987
© Holger Sticht
Altenrather Tongrube
Der Heidespaziergang führt meist auch zur Altenrather Tongrube.

Die Altenrather Tongrube

Kaum ein Landschaftsteil wurde so stark und so oft beeinträchtigt wie dieser.
Von 1968 bis 1982 wurde hier inmitten des Naturschutzgebiets und des Truppenübungsplatzes, auf der Grundlage eines Vertrages zwischen einem Siegburger Tiefbauunternehmer und dem Bundesforstamt, kommerzieller Tonabbau betrieben – in einer bis dahin nicht gekannten Größenordnung. Das Roonhügelmoor wurde so vollständig zerstört.
Auch aufgrund massiver Bürgerproteste - allein in Troisdorf wurden 10 000 Unterschriften gegen den Abbau gesammelt - wurde der illegale Betrieb eingestellt.

Doch damit war es noch nicht getan. Seltene Arten hatten die Grube mit ihren Ton- und Sandböden schnell wieder erobert. So zerstörten die nachfolgende Verkippung mit Bauschutt und die Rekultivierung mit standortfremden Gehölzen unter anderem die Brutkolonie der Uferschwalbe (Riparia riparia) und das Massenvorkommen des extrem gefährdeten Fadenenzians (Cicendia filiformis). Wenigstens der Teich, der sich auf einer verbliebenen Tonschicht gebildet hatte, konnte durch eine Besetzungsaktion von Bürgern in der Aktionsgemeinschaft „Rettet die Wahner Heide“ bewahrt werden. Doch dieser Teich zog fortan immer mehr Badelustige an, und damit eine Konkurrenz zu den hier inzwischen siedelnden seltenen Wasservogelarten. Daher wurden Verbotsschilder aufgestellt und der Teich mit einem provisorischen Absperrungsdraht umgeben - mit geringem Erfolg. Denn selbst mitten in der Brutzeit missbrauchte die Kreisjägerschaft - für jeden Wahner-Heide-Besucher sichtbar - den Teich bis zuletzt zur Jagdhundeausbildung.

Außerdem ist der Bereich Tongrube u.a. durch die fortschreitende Verbuschung bedroht, wird derzeit maschinell und mit Beweidung zum großen Teil offen gehalten.

Trotz der vielen negativen Einflüsse sind hier auch heute noch und wieder mehrere typische und gefährdete Vogel-, Insekten- und Pflanzenarten zu finden.


Der Abbau und die Verwertung des tertiären Tons haben in der Wahner Heide eine lange Geschichte.
Im 17. Jahrhundert stellten die Altenrather Kannenbäcker hochwertige Töpferwaren aus den 20 bis 25 Mio. Jahre alten Meeresablagerungen her. Sie besaßen nördlich von Altenrath zahlreiche kleine "Erdkaulen".
Von 1878 bis 1914 baute die Ludwigshütte bei Altenrath-Schauenberg Tone und Sande ab und fertigte feuerfeste Steine.

H.S.

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