Wahner-Heide
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Natur- und Kulturführer Wahner Heide

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Wahner Heide Wegeplan

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Hotels und Gaststätten

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Abholzungsflächen
Im Geisterbusch wird abgeholzt, um ehemalige, inzwischen bewaldete Heideflächen wieder zu entwickeln.
Geisterbusch im Frühjahr 2002
Geisterbusch im Frühjahr 2002 : Beweidung und Entbuschung sollen die Verluste an offenen Heideflächen in den vergangenen Jahrzehnten wieder ausgleichen.
Moltkeberg
Blick vom Sallbachhügel auf den Moltkeberg, 1990
© Holger Sticht
Erica
Erica tetralix, die Glockenheide

Zwergstrauchheiden - Calluna und Erica

Je nach Boden und Nutzung sind unterschiedliche Formen der Heide-Vegetation in der Wahner Heide zu finden.

Die populärste, und auch eine der artenärmsten Pflanzengesellschaften ist die Sandheide. Die Besenheide (Calluna vulgaris) bildet hier dichte Bestände aus, kleine Lücken werden durch kleinwüchsige Grasarten wie den Haarschwingel (Festuca filiformis), Flechten und Moose besiedelt.
Die Sandheide ist häufig Folgegesellschaft der Sandrasen. Sie folgt also im Verlauf der natürlichen Sukzession auf die Pionierarten der Binnendünen und Flugsandfelder.

Das Heidekrauteulchen ist ein tagaktiver Vertreter einer Nachtfalterfamilie. Die Raupen fressen nur auf Calluna, und die Falter sind im Sommer auch hier in großen Ansammlungen zu finden.
Die nachtaktiven Verwandten des Heidekrauteulchens sind die Nahrungsgrundlage für den Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus). Das ist ein falkengroßer, streng nachtaktiver Vertreter aus der Familie der Schwalme. Der Ziegenmelker ist bundeweit stark gefährdet, in der Wahner Heide jagen jedes Jahr 2-4 Brutpaare über die Heideflächen.

Toneinlagerungen im Untergrund sorgen in weiten Bereichen der Wahner Heide für Staunässe. Auf solchen Böden entwickeln sich Pflanzengesellschaften, an welchen sich die Glockenheide (Erica tetralix) beteiligt. Die Übergänge zu den Heidemooren, in welchen die Glockenheide wahrscheinlich von Natur aus bestandsbildend vorkommt, sind fließend.

Auf traditionell landwirtschaftlich, oder später auch militärisch genutzten Ton-, Schluff- oder Torfböden entstanden Feuchtheide-Gesellschaften, in welchen u.a. einige Arten der Heidemoore ideale Lebensbedingungen vorfanden.
Dazu gehört die stark gefährdete Schnabelried-Gesellschaft, die fragmentarisch beispielsweise noch auf Tonböden ausgebildet ist, die durch militärische Übungen geöffnet wurden. Diese sehr konkurrenzschwache Pflanzengesellschaft kann sich in selten befahrenen, dafür aber häufig überrieselten und nach starken Regenfällen immer wieder ausgewaschenen Erosionsrinnen dauerhaft halten. Hier wachsen u.a. Moorbärlapp (Lycopodiella inundata), Glockenheide (Erica tetralix), Waldläusekraut (Pedicularis sylvatica) und Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia). Trockenere Standorte ähneln stellenweise eher Pfeifengraswiesen oder Borstgrasrasen. Sie werden verstärkt durch das Pfeifengras (Molinia caerulea) dominiert, Sonnentau und Bärlapp durch Blutwurz (Potentilla erecta), Englischen Ginster (Genista anglica), Teufelsabbiss (Succisa pratensis), Geflecktes Knabenkraut (Dactyloriza maculata) oder Gemeines Kreuzblümchen (Polygala vulgaris) vertreten.

Ein typischer Feuchtheide-Bewohner aus der Tierwelt ist das Braunkehlchen (Saxicola rubetra). Leider ist es seit 1989 nicht mehr als Brutvogel aufgetreten. Nur alljährlich im September ist es häufig auf dem Durchzug zu beobachten.


WEITERE ZWERGSTRÄUCHER DER WAHNER HEIDE

Die Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccus) ist ebenso wie die Rosmarinheide (Andromeda polifolia) ein gefährdeter Zwergstrauch der Heidemoorbulten (siehe Moore).

Anders als bspw. in der Lüneburger Heide besiedelt die Heidelbeere aus klimatischen Gründen bei uns nicht das Offenland, sondern ist auf den östlichen Anhöhen in der Krautschicht älterer und lichter Hochwälder zu finden.

H. M. Sticht

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