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Braungerändertes Ochsenauge
Nach 40 Jahren wiederentdeckt: Pyronia tithonus
Kleine Zangenlibelle
Männliche Kleine Zangenlibelle in der Wahner Heide 2008
Nordische Moosjungfer
Nordische Moosjungfer in der Wahner Heide 2008
Frühe Heidelibelle
junge Frühe Heidelibelle
© Christoph Kämper

Neue Tierarten entdeckt

05.09.08: Auch in 2008 sind wieder neue Arten in der Wahner Heide festgestellt oder wiederentdeckt worden.

Hierzu gehört die Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombei), die Christoph Kämper entdeckte. Diese hauptsächlich mediterran verbreitete Art war letztmalig von 1925 publizierten Aufnahmen bekannt. Sie gilt in NRW als vom Aussterben bedroht, auch wenn in den vergangenen Jahren wieder vermehrte Einflüge festgestellt worden sind. Ihr deutscher Name ist darauf zurückzuführen, dass sie als einzige Heidelibellenart bereits im Mai festgestellt werden kann.

Ähnliches gilt für die Kleine Zangenlibelle. Auch diese anspruchsvolle Fließgewässerart galt zum Zeitpunkt der Erstellung der letzten Roten Liste 1999 als ausgestorben in der Niederrheinischen Bucht und war 1925 letztmalig sicher in der Wahner Heide nachgewiesen worden. Nun gelang Heide Gospodinova und Willi Wünsch die Wiederentdeckung.

Diese beiden waren es auch, die in diesem Jahr die ebenfalls seit Jahrzehnten verschollene Nordische Moosjungfer wiederentdeckten. Diese deutschlandweit als stark gefährdet geltende Libellenart ist ein ausgesprochener Moorspezialist.

Auch unter den Tagfaltern gelang Heide Gospodinova und Willi Wünsch in diesem Jahr eine erfreuliche Wiederentdeckung: das Braungeränderte oder Rotbraune Ochsenauge (Pyronia tithonus) wurde erstmalig nach 40 Jahren wiederaufgefunden. Der Lebensraum dieser landesweit gefährdeten Art sind lichte Eichenwälder, v.a. alte Eichenhudewälder.

Mit dem Kolkraben (Corvus corax) hat eine sehr populäre Vogelart erstmalig wieder in der Wahner Heide gebrütet, die seit unbekannter Zeit, wie in weiten Teilen Mitteleuropas, ausgerottet war. Nach Verbot der Jagd haben sich die Bestände von selbst langsam aber sicher erholt und endlich auch die Wahner Heide erreicht. Mit den artenreichen Säugetierbeständen finden sie hier auch eine hervorragende Lebensgrundlage vor, denn Kolkraben leben in erster Linie von Säugetier-Kadavern.

Der Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) ist ein spezialisierter Bewohner ausgedehnter Schilfbestände. In diesem Jahr kam es in der Wahner Heide erstmalig überhaupt zu einer Feststellung und dauerhaften Besetzung von Revieren. Ob die Art gebrütet hat, versucht die örtliche AG der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft noch herauszufinden.
Die heutigen Schilfbestände der Wahner-Heide-Gewässer sind recht klein und bieten daher keine optimalen Drosselrohrsänger-Habitate. Im Gegensatz zu übrigen Landesteilen, wo er erst im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen stetigen Bestandsrückgang erfahren hat und deswegen landesweit als vom Aussterben bedroht gilt, sind frühere Vorkommen aus der Wahner Heide nicht bekannt.

HS

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