Heidschnucken, Glan-Rinder und Ziegen
Um die Heide und ihre angepaßten Artengemeinschaften erhalten zu können, muß eine der traditionellen Heidewirtschaft nachempfundene Nutzung wiedereingeführt werden.
1994 wurde u.a. mit Landesmitteln in der Wahner Heide wieder eine feste Schafherde eingeführt. Leider scheiterte das Projekt unter anderem an der inkompetenten Betreuung.
Inzwischen grast eine andere, die vor allem aus Heidschnucken bestehende Herde des Flughafens auf Flächen im Südteil der Wahner Heide.
Die Flughafen Köln/Bonn GmbH ist aufgrund von Eingriffen in die Wahner Heide verpflichtet, Ersatzmaßnahmen wie diese Beweidung zu finanzieren. So wurde die etwa 1000 Tiere umfassende Herde gekauft, die Stelle des vom Schafzüchterverband gestellten Fachmanns wird finanziert.
Seit dem Frühjahr 1997 ist außerdem eine Rinderherde der Mohr/Pechau GbR und eine Ziegenherde des Ziegenhof Stumpf (zusammen ALAN, Arbeitsgemeinschaft Landschaftspflege mit alten Nutztierrassen) im Geisterbusch und auf den Wiesen um Brand und Hasbach herum ansässig. Die Herden verbeißen in offener Hütehaltung v.a. Brombeeren, Landreitgras und aufkommende Pionierbaumarten.
Siehe
http://www.ziegenhof-stumpf.de
Die Glan-Rinder sind eine alte Nutztierrasse (benannt nach dem Flüsschen Glan im Hunsrück), die vom Aussterben bedroht ist. Die Tiere sind widerstandsfähig und kommen mit dem speziellen und wenig üppigen Futterangebot der Heide gut zurecht. Bisweilen weidet ein Bulle mit den Kühen, um den Zuchterfolg zu sichern. Daher ist die Herde sicherlich kein Streichelzoo in der Heide. Wenn der Bulle nicht zu sehr bedrängt wird, grast er friedlich zwischen den Kühen.
Einen Überblick u.a. über die 90 gefährdeten Haustierrassen Deutschlands bietet die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)
http://www.g-e-h.de
Den ganzen Winter über weiden die Ziegen in der Wahner Heide. Im Norden des Geisterbusch am Wolfsweg ist ein kleines Hudewäldchen. Hier holen die Ziegen sich für den Winter eine extra Portion Fett, indem Sie die Eicheln der Hudeeichen fressen. Die Eckernmast (Eichelmast) war in früheren Zeiten ein Privileg der höheren Stände. Erst wenn diese ihre Schweine mit den Eckern gemästet hatten, durfte das gemeine Volk sein Vieh eintreiben. Die Ziegen verbeißen im Winter, wenn auch die zarteren Triebe verblüht sind, vorwiegend die harten Heiden.
Durch die Vermarktung insbesondere der Fleischprodukte können die Herden finanziert werden, der Flughafen Köln/Bonn kommt für einen Teil der Personalkosten und für den Bau der Stallungen auf.





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