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tuempel
Heidetümpel - Oasen der Vielfalt
© H.Sticht
knorpelmire
Die Knorpelmire hat sich nur auf den Rohböden am Rande der Panzerpisten gehalten
© M.Bathen
Wasserfeder
Stark gefährdet in NRW: Die Wasserfeder-Gesellschaft
© Holger Sticht
Schwarze Heidelibelle
Eine Schwarze Heidelibelle (sympetrum danae).

Heidetümpel

Oligotrophe (nährstoffarme) Kleingewässer sind ganz typische Lebensräume der Wahner Heide.
Bekannt ist v.a. die Vielzahl von Panzertümpeln, die sich in den Panzerübungsgebieten und im Bereich der Trassen befindet. In diesen künstlichen, meist nur zeitweise bestehenden (Temporär-) Gewässern haben zahlreiche seltene Arten optimale Ersatzlebensräume finden können.

So findet man an flachen, schnell austrocknenden Tümpeln ein kleines, unscheinbares Nelkengewächs, die Knorpelmiere (Illecebrum verticillatum). Sie kann aus Stengelbruchstücken neue Pflanzen ausbilden, und ist u.a. dadurch gut an den extremen Lebenraum angepasst. Man kann sie als echten "Kulturfolger" der Panzernutzung bezeichnen.
Die landesweit seltene Knorpelmierengesellschaft wird typischerweise durch die Rote Schuppenmiere (Spergularia rubra), das Sumpf-Ruhrkraut (Gnaphalium uliginosum) und die Krötenbinse (Juncus bufonius) komplettiert.
Ursprünglicher Lebensraum dieser Arten sind u.a. die Ufer von Weihern mit natürlich wechselndem Wasserstand.

Tiefere und seltener austrocknende Tümpel werden stellenweise durch die landesweit stark gefährdete Gesellschaft des Südlichen Wasserschlauchs (Utricularietum australis) besiedelt. Neben der Namen gebenden Art, die unter Wasser mit kleinen Bläschen Wasserflöhe "fängt" und hauptsächlich durch die satt gelben, aus dem Wasser ragenden Blüten auffällt, gehört auch das Schwimmende Laichkraut (Potamogeton natans) und die Kleine Wasserlinse (Lemna minor) dieser Gesellschaft an.
Urspünglicher Lebensraum sind zum Beispiel nach Überflutungen eines Flusses entstandene Gewässer, in Sandgebieten des atlantischen und subatlantischen Klimagebiets.

Nährstoffreichere Temporärgewässer, wie sie u.a. in der Aggeraue vorkommen, werden auch durch die landesweit stark gefährdete Wasserfeder-Gesellschaft besiedelt. Neben der Wasserfeder (Hottonia palustris) sind hier auch Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica) und Kleine Teichlinse (Lemna minor) dominierend.

Tümpel und Pfützen auf den vegetationsarmen Flächen bieten Laichmöglichkeiten für Amphibien, etwa für die Kreuzkröte (Bufo calamita).
Der kleine Krebs Branchipus schaefferi, auf Deutsch Echter Kiemenfuß, galt in Deutschland als ausgestorben, bis er Anfang der neunziger Jahre in der Wahner Heide wiederentdeckt wurde.
Die Larve des Plattbauchs (Libellula depressa), einer im Mai und Juni auffälligen Libellenart, kann die Austrocknung der Temporärgewässer überleben. Auch die Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae) pflanzt sich häufig hier fort.


H. M. Sticht

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