Geologie und Metereologie der Wahner Heide
Die Wahner Heide befindet sich am Südostrand der Niederrheinischen Bucht. Diese stellt ein durch Absenkungen hervorgerufenes, in Schollen gegliedertes Einbruchsbecken dar. Die Erdbeben im Bereich der Niederrheinischen Bucht zeigen, daß die vor ca. 70 Millionen Jahren eingeleitete Absenkung sich auch heute noch fortsetzt.
Vor ca. 25 Mio. Jahren...
war die Wahner Heide noch zeitweise vom Meer überflutet. Bei mehreren solcher Meeresvorstöße und -rückzüge wurden im Tertiär verschiedene Sedimente abgelagert (u.a. Ton)
Vor ca. 20 Mio. Jahren...
begann dann das Meer, sich nach Norden zurückzuziehen. Danach lagerten die verschiedenen Flüsse (u.a. auch der Rhein) Kiese und Sande ab.
Nach einer Periode ruhigeren Fließens schnitt sich der Rhein mit den zunehmenden Wassermassen der abschmelzenden Gletscher (zum Ende der jeweiligen Kaltzeit) immer wieder in sein eigenes Flußbett ein. Dadurch entstanden Haupt, Mittel- und Niederterrasse des Rheins.
Ein Großteil der Wahner Heide befindet sich auf der Mittelterrasse. Hier sind die Hochflutlehme, die die Niederterrasse prägen und sie zu einem landwirtschaftlich attraktivem Raum machen, längst verwittert. Sande und Kiese treten direkt unter den Flugsandablagerungen hervor.
Binnendünen...
von bis zu 10 m Höhe entstanden in der Heide. Die sehr starken Wind (es gab seinerzeit kaum Vegetation) wehten in der letzten Kaltzeit (vor ca. 10 000 Jahren) Sand aus dem Rheintal auf die nächstliegenden Anhöhen. Aber auch im Gebiet der Wahner Heide wurde der feine Flugsand immer wieder umgelagert, durch Wind und Regenfälle.
Klimatisch...
ist das Gebiet der Wahner Heide und Umgebung der ozeanischen Klimazone zuzurechnen. Genauer gesagt gehört sie zum subatlantischen Klimagebiet, einem Übergangsbereich zwischen ozeanischem und kontinentalen Klima. Als ozeanisches Klima bezeichnet man ein Klima mit milden Wintern und relativ kühlen und feuchten Sommern. Die Jahresmitteltemperatur im Bereich der Wahner Heide liegt bei 9,5 Grad C. Dies ist eine der höchsten Jahresmitteltemperaturen in der BRD.
Die Niederschlagsmenge beträgt im Durchschnitt 804 mm pro Jahr und steigt zum Bergischen Land hin, also Richtung Nordosten, an. Zum Vergleich: In Köln gibt es nur 700 mm Niederschlag im Jahr. Die Niederschläge sind mehr oder weniger gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt.
Böden...
sind das Ergebnis einer weitergehenden Verwitterung der oberflächennahen Ausgangsgesteine. Die Bodenbeschaffenheit wechselt in der Wahner Heide kleinräumig. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung für die Artenvielfalt. Aus den vorkommenden Sandgesteinen, Kiesen, Sanden und Tonen sind durch das feuchte Klima und die damit verbundene Verwitterung vor allem Braunerden und Podsole hervorgegangen.
Podsol...
ist typisch für Böden in der Heide.
Der im 19. Jahrhundert aus dem Russischen übernommene Begriff „Podsol“ bedeutet Ascheboden. Damit wird der unter der Rohhumusauflage anstehende, aschgrau gefärbte Bodenhorizont beschrieben.
Podsol entsteht dadurch, daß die Verwitterung in relativ saurem Milieu abläuft. Die Säure stammt dabei aus den Gesteinen und aus den Pflanzen, deren Zersetzung saure Streu entstehen läßt (Nadelbäume, Heidekraut etc.). Die Säure löst Eisenhydroxid und Aluminiumverbindungen, die nach unten ausgewaschen werden. Den so entfärbten Bodenhorizont nennt man auch Bleicherde.
Weitere Informationen und vor allem ein Bild von einem Wahner-Heide-Podsol finden Sie unter
http://www.gd.nrw.de/w_schbjp.htm





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