Wahner-Heide
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Natur- und Kulturführer Wahner Heide

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Wahner Heide Wegeplan

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Die Wahner Heide Ausstellung

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Unterer Scheuerteich etwa 1917 vom Perbandthügel aus
Unterer Scheuerteich etwa 1917 vom Perbandthügel aus
© INFOzentrum Wahner Heide
Stabwanze
Stabwanze
Scheuerbach
Der Scheuerbach ist an seinem Unterlauf ca.2 Meter tiefergelegt und entwässert so die Scheuerbachsenke unnötig stark
Teichschachtelhalmgelellschaft
Die in NRW gefährdete Teichschachtelhalmgelellschaft mit gelber Schwertlilie
Erlenbruch
Moorbirken-Erlenbruch, stark gefährdet in NRW
© Holger Sticht
Gefährdete Moore
Der teilweise zugeschüttete Hirzenbachweiher mit verbuschendem Restmoor vor der Renaturierung Ende der Neunziger.

Die Scheuerteiche

Der Untere Scheuerteich, der heute unter Naturschutz steht und als Naherholungsgebiet genutzt wird, wurde im Mittelalter angelegt, um eine kontinuierliche Wasserversorgung der Scheuermühle zu gewährleisten. Der Obere Scheuerteich, im 17. Jahrhundert angelegt, befindet sich im militärischen Sperrgebiet.

Zwischen den beiden Teichen, im Bereich des heutigen Erlenbruchwaldes, wurde Ende des 19. Jahrhunderts der Mittlere Scheuerteich angelegt. Er sollte das Hochwasser eindämmen, das in jedem Winterhalbjahr Keller von Wahn und Lind flutete, seitdem das preußische Militär begonnen hatte, die Heidemoore in der Scheuerbachsenke trocken zu legen.
Doch der Teich war von Beginn an undicht und führte zu keiner Besserung. Er wurde sich selbst überlassen, und nahm demzufolge seine natürliche Entwicklung von der Verlandung hin zum Erlenbruchwald.

Die beiden anderen Teiche wurden zwischen den beiden Weltkriegen als Badeseen genutzt. Da die Mühle seit 1852 mit Motoren betrieben wurde, war die Funktion der Teiche als Wasserspeicher immer unwesentlicher geworden.
Der Beginn des Zweiten Weltkriegs markierte das Ende der Erholungsnutzung und führte zur militärischen Sperrung. Der Untere Scheuerteich aber wurde 1978 wieder für die Erholungsnutzung frei gegeben.

Die Scheuermühle, eine Getreide- und spätere Pulvermühle, fand 1359 erstmalig urkundliche Erwähnung. 1968 wurde sie, mittlerweile Teil der deutschen Militärkaserne Wahnheide, abgerissen. Im Zuge des Besuchs der Militärgeschichtlichen Ausstellung Wahnheide besteht die Möglichkeit, den alten Standort, auch heute noch erkennbar an der Gedenkanlage mit altem Mühlrad und mittelalterlichen Mühlsteinen, zu besichtigen.

Was die Scheuermühlenteiche seit ihrer mittelalterlichen Einrichtung auszeichnete waren ihre stark schwankenden Wasserstände im Wechsel der Jahreszeiten. Sie ermöglichten die Entwicklung einer spezialisierten, artenreichen Flora und Fauna, die heute bundesweit zu den am stärksten gefährdeten zählt. Insbesondere das zeitweise Trockenfallen der vegetationslosen Sand- und Schlammböden begünstigt zahlreiche konkurrenzschwache Arten.
Seit der Nutzung für den Angelsport aber wurden die Wasserstände künstlich hochgehalten und mit nicht standortgerechten Fischarten künstlich besetzt; dadurch starben die Vorkommen von Flutender Sellerie (Apium inundatum) und Froschkraut (Luronium natans) aus. Restbestände des Blasenseggen-, des Steifseggenrieds und der landesweit vom Aussterben bedrohten Nadelsimsengesellschaft können nur erhalten werden, wenn die natürlich schwankenden Wasserstände wieder zugelassen werden, ein Besatz u.a mit den ursprünglich nicht heimischen Karpfen, die mit ihrer Wühltätigkeit zur Wassertrübung und zur Freisetzung von im Schlamm gebundenen Faulgasen beitragen, unterbunden und Bereiche des Teiches von intensivem Tritt durch Besucher und Angler ausgenommen werden.

Im Vergleich zwischen der heute noch vorhandenen Flora und Fauna des zugänglichen, intensiv durch die Naherholung genutzten Unteren Scheuerteich und des gänzlich gesperrten Oberen Scheuerteich zeigen sich leider überaus deutlich die verheerenden Folgen intensiver und unangepasster Erholungsnutzung.
Dabei müsste dies nicht so sein. Auch die Besucher des Unteren Scheuerteiches könnten sich an einer artenreichen und seltenen Tier- und Pflanzenwelt erfreuen, wenn Angelsport und Modellsport zukünftig in verträglichem Maße abgehalten werden.

H.S.

Mehr zu diesem Thema:

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Besuch der militärgeschichtlichen Ausstellung Wahnheide
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