Der Geisterbusch
Der größte zusammenhängende Offenlandbereich der Wahner Heide außerhalb des Flugahfengeländes ist der Geisterbusch. Der südlichste und nördlichste Teil des Geisterbuschs sind seit Jahrhunderten Heide.
Der Rest bestand bis Anfang der sechziger Jahre aus alten Eichenhochwäldern. Diese wurden als Ausweichfläche für das belgische Militär gerodet, das einen Großteil seines Übungsgebietes innerhalb der Wahner Heide durch den Bau des Flughafens verloren hatte.
Stark zugewachsen
war der Geisterbusch aufgrund der fehlenden menschlichen Nutzung in den neunziger Jahren und glich an vielen Stellen schon eher einem Waldbestand als einer Heide.
Um die Heide und ihre angepaßten Artengemeinschaften erhalten zu können, mußte eine der traditionellen Heidewirtschaft nachempfundene Nutzung wiedereingeführt werden. Aus diesem Grunde sind seit dem Frühjahr 1997 eine Rinder- und eine Ziegenherde der ALAN (Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaftliche Nutzung alter Nutztierrassen, siehe www.ziegenhof-stumpf.de )
im Gelände, die in offener Hütehaltung Brombeeren, Landreitgras und Besenheide verbeißen.
Finanziell unterstützt wird die Beweidung durch den Flughafen Köln/Bonn, der aufgrund vergangener Eingriffe und Zerstörungen von Wahner Heide an anderer Stelle verpflichtet ist, ökologische Kompensation zu leisten. Ein sinnvoller Versuch der Wiedergutmachung, der ausgerottete Arten nicht wiederbringt, aber einigen noch vorkommenden Artengemeinschaften helfen kann. Zumindest ist er so lange sinnvoll, wie sich das Unternehmen nicht weiter in der Landschaft ausdehnt und damit solche Kompensationsmaßnahmen ad absurdum führt.
In ornithologischer Hinsicht beherbergt der Geisterbusch eine fast vollständige Artengemeinschaft der Heidelandschaft. U.a. deswegen stellen hier Besucher, welche die befestigten Wege verlassen, ein erhebliches Problem dar - gerade in der Brutzeit von März bis Juli. Frei laufende Hunde stellen nicht nur für die Vögel, sondern auch für die Herden ein unkalkulierbares Risiko dar.
Daher hat der Rheinisch-Bergische Kreis seit 2004 eine ehrenamtliche Landschaftswacht eingesetzt. U.a. Gottfried Averdung und Werner Malchow sind im Geisterbusch unterwegs und klären auf.
Aber auch Sie können als Besucher des Geisterbuschs andere Menschen auf ihr bewußtes oder unbewußtes Fehlverhalten aufmerksam machen. Selbst wenn Sie tatsächlich eine Abfuhr bekommen sollten, verstärken Sie die soziale kontrolle und damit ein Klima, in dem Verstöße keinen "Spaß" machen.
In der Wahner Heide-Karte und im Natur- und Kulturführer Wahner Heide finden Sie übrigens die Geisterbusch-Tour, die Ihnen die schönsten Ecken des Geisterbuschs von genehmigten Wegen aus zeigt.





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